"Hab'n Se schon jehört? Unser Nachbar hat jetzt auch ‚nen Solidarwirtschafts-Minister"
Publié le mercredi 06 juin 2012, 10:00 - Economie solidaire - Lien permanent
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Benoît Hamon heißt der Gute. Offiziell ist er delegierter Minister für Sozial- und Solidarwirtschaft und untersteht dem Finanz- und Wirtschaftsministerium von Herrn Moscovici - fast wie bei uns. Obwohl wir haben nur ein département ministériel für Solidarwirtschaft, aber da scheint man letztens mehr von “Sozial-” als von “Solidar-” Wirtschaft zu reden.

Denn in der Solidarwirtschaft sind wir ja noch nicht sehr bewandert, wie unser neuer Wirtschaftsminister, Etienne Schneider, während einer Studienreise in Kanada meinte. “What?! Quoi?!” Er ist ja noch neu. Er weiß vielleicht noch nicht, dass die Solidarwirtschaft in Luxemburg, selbst das ihm unterstehende département ministériel für Solidarwirtschaft, schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Hätte er mal den Minister Romain Schneider gefragt, der hätte ihm das erklärt. Scheint fast so, als ob die sich nicht oft genug sehen.
Aber zurück zu Herrn Hamon, der viel zu tun haben wird, wenn man das Programm zum Thema ESS (économie sociale et solidaire) des französischen Präsidenten François Hollande überfliegt. Auf jeden Fall hat er anscheinend schon seinen Aktionsplan geschmiedet: Erstellung eines Rahmengesetzes zur ESS, Gründung einer öffentlichen Investitionsbank auch zur Unterstützung von ESS-Projekten, Aufbau eines Partenariats zwischen Staat, “collectivtés locales” und den sozial- und solidarwirtschaftlichen Akteuren. Und das sind nur einige seiner angestrebten Ziele.
Wie gesagt, Minister Hamon hat “du pain sur la planche”. Aber er ist guter Dinge, wie man seinem Interview vom Dienstag (28.05.2012) auf France info entnehmen konnte. So erklärte er, dass die ESS ein Teil der Wachstumsstrategie Frankreichs ist. Denn Solidarwirtschaft funktioniere auch in Krisenzeiten, delokalisiere nicht, ja schaffe sogar Arbeitsplätze und Mehrwert (10 % der Arbeitnehmer in Frankreich). Jedoch betonte er, dass um die Solidarwirtschaft zu ihrer vollen Stärke verhelfen zu können der Dialog und die unbegrenzte Zusammenarbeit zwischen Ministerien (vom Ministerium für Arbeit über das Justizministerium bis zum Wirtschaftsministerium) eine Notwendigkeit sei, “c’est logique”.
Vielleicht sollte unsere Regierung auch eine Studienreise nach Paris unternehmen. Man weiss nie was man so aufschnappen kann: das grundlegende Verständnis des Unterschiedes zwischen Sozial- und Solidarwirtschaft (Tip: Wir in Luxemburg haben ein département ministériel für Solidarwirtschaft), oder besser noch, die ECOSOL (économie solidaire) als Grundstein für eine zukünftige Wachstumspolitik?
„Hope springs eternal“
Hier das Interview von France info vom 28. Mai (in Französisch): http://dai.ly/JBMVHl
Article modifié le vendredi 08 juin 2012, 11:24




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