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Mit der Bitte um Erläuterung

Marco Schank hat’s erkannt – Müll ist eine Res­source! Ver­zei­hen Sie bitte Herr Minis­ter, aber Lamesch hat das schon lange erkannt, sonst würde er ihn näm­lich nicht Tag für Tag ein­sam­meln und ent­sor­gen.

Wenn Müll denn eine Res­source ist, dann müss­ten doch eigent­lich wir, die Mül­ler­zeu­ger und somit Hal­ter der Res­source, sehr viel Geld für unsere Schätze bekom­men. Dem ist aber nicht so, ganz im Gegen­teil. Nicht nur, dass die Müll­gebüh­ren Jahr um Jahr stei­gen und ihre Berech­nung immer kom­pli­zier­ter wird, nein, der Staat sub­ven­tio­niert Lamesch und Co. nach wie vor dafür, dass sie unsere Res­source wei­ter­ve­rar­bei­ten. Und Geld damit machen.

Sie wer­den jetzt das Prin­zip pro­duc­teur-pol­lueur anfüh­ren. Greift nicht! Stel­len Sie sich mal vor, was all die Rohölför­de­rer an Scha­den­ser­satz zah­len müss­ten, wis­sen wir doch, wel­che Umwelt­schä­den durch den Ein­satz von Erdöl verur­sacht wer­den. Ähn­li­ches gilt auch für die Kohle. Wie bitte? Die Unter­neh­men inves­tie­ren ja auch in Umwelt­pro­gramme! Das hat mit ihrer sozia­len Verant­wor­tung zu tun, jedes Unter­neh­men, das heut­zu­tage etwas für seine Ima­gep­flege tun möchte, betei­ligt sich an derar­ti­gen Pro­jek­ten. Abge­se­hen davon machen wir - Sie und ich - das auch, ganz egal wie oft wir in Urlaub flie­gen, unnö­tig duschen oder das Auto an der ges­chlos­se­nen Bahn­schranke lau­fen las­sen. Wir spen­den, kau­fen Bio, sind ehre­namt­lich aktiv, ver­sor­gen die Kin­der und Haus­tiere unse­rer Nach­barn, etc.

Also, Gleich­be­hand­lung bitte. Ich will Geld für meine Res­source, sie ver­kau­fen dür­fen. An den meist­bie­ten­den! Oder, an den, der sie am sinn­voll­sten ein­setzt. Ich bin sogar bereit, nicht nur aufs Geld zu schauen, son­dern der Ver­wen­dung den Vor­rang zu geben. Wer mei­nem Müll beson­ders sinn­voll ein­setzt und dafür noch eine akzep­ta­blen Preis zahlt, darf ihn haben.

Ich habe eine noch bes­sere Idee. Ich will ihn spen­den dür­fen! Also wenn das nicht wahre Phi­lan­thro­pie. Ans­telle von Geld stelle ich der Men­sch­heit mei­nen Dreck zur Verfü­gung. Das Hochk­lap­pen des Mül­lei­mer­de­ckels wird zum Syno­nym für Sym­pa­thie und Ent­wi­ck­lung­shilfe. In einer Reihe ste­hen mit Bill Gates, Michael Schu­ma­cher und Brad Pitt.

Res­sour­cen­ver­geu­dung zur Welt­ver­bes­se­rung. Müll­pro­duk­tion als Gemein­wohl. War es das, worauf Sie hinaus­woll­ten, Herr Schank?

Article modifié le mercredi 15 décembre 2010, 10:30

Auteur: Christina Schürr

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