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Houston, wir haben ein Problem

Frau Spautz hat ein Pro­blem, so behaup­tet sie zumin­dest, sie ist in ihrer Seele Gewerk­schaft­le­rin. Ich weiß nicht, ob Herr Weber meint, er habe das glei­che Pro­blem, aber Beruf­spro­test­ler wer­den in der Cham­ber schon ihre Funk­tion zu erfül­len haben.

Frau Reding hat auch ein Pro­blem, sie hat die Dinge beim Namen genannt und ist nun per­sona non grata in Fran­kreich. Hier in Luxem­burg soll es ja ONGs geben, denen es nichts aus­macht, eine per­sona non grata zum Prä­si­den­ten zu haben. Frau Flesch nennt auch die Dinge beim Namen, wenn sie wäh­rend einer öffent­li­chen Verans­tal­tung über die Luxem­bur­ger sagt, dass sie eher prag­ma­ti­sch als intel­lek­tuell veran­lagt sind. Hierfür wurde sie zitiert, Pro­bleme hat sie des­we­gen nicht bekom­men. Ein von mir sehr ges­chätz­ter Herr hat vor eini­ger Zeit ähn­li­ches aus­ge­drückt wie Frau Flesch: Hier in Luxem­burg reicht Mit­tel­maß, um poli­ti­sch zu Ruhm und Ehren zu kom­men. Er muss es wis­sen, die Ins­ti­tu­tion, die er in gewich­ti­ger Posi­tion ver­tritt, ver­brei­tet ihre Nächs­ten­liebe im gan­zen Land.

Und wir? Mir kenne kucken, dass mir mat deem Pro­blem eens ginn. Und da wir das Pro­blem ja nun schon mal haben, kön­nen wir es auch beim Namen nen­nen: Die Unent­schei­dung­sfreu­dig­keit unse­rer Volks­ver­tre­ter

Die Bipar­tite hat sich zwar beim Thema Index geei­nigt – mal sehen, ob dies Frau Spautz aus ihrem Kran­ke­nur­laub holen wird – wir müs­sen aber damit leben. Letz­tend­lich han­delt es sich um einen fau­len Kom­pro­miss, mehr nicht. Auch wenn Romain Hil­gert meint, dass die­ser sich „mit­tel­fris­tig als ein his­to­ri­scher Schritt zur Abkehr von der auto­ma­ti­schen Indexan­pas­sung erwei­sen wird“, unsere Poli­tik hat mal wie­der gezeigt, wie wenig sie sich fest­le­gen mag. Prag­ma­ti­sch eben. Denn die Dis­kus­sion ist nur ver­tagt, das Pro­blem aber nicht gelöst. Und jeder gibt sich als Sie­ger, die Gewerk­schaf­ten, weil sie das Sozial­mo­dell geret­tet haben, die LSAP weil sie der CSV die Stirn gebo­ten hat, die CSV weil sie letz­tend­lich einen siche­ren Umweg gewählt hat, der Sta­tec weil er es ja so emp­foh­len hat. Die DP kann auch irgend­wie zufrie­den sein, denn als Oppo­si­tion darf sie wie­der mal meckern und die Linke hat Gele­gen­heit, bei den Gewerk­schaft auf Gut-Wet­ter machen.

Mir geht es hier nicht um die etwai­gen finan­ziel­len Ein­bußen, son­dern um die­ses ewige Hin und Her. Wir wäh­len, damit unsere Ver­tre­ter Ent­schei­dun­gen tref­fen, nicht, damit sie sie vor sich her­schie­ben. Wir brau­chen klare Worte, eine ein­deu­tige Rich­tung, eine starke Ver­tre­tung. Dann kön­nen wir auch mit Ein­sch­nit­ten leben. Poli­ti­ker, die sich nicht trauen, die nur von Wahl zu Wahl den­ken, die per­ma­nent meckern, oder eben mei­nen, es rei­che aus, zuzu­ge­ben, einen Denk­feh­ler gemacht zu haben, wer­den uns auf Dauer nicht hel­fen. Und somit hat nicht nur Frau Reding Recht, son­dern auch Frau Spautz, Frau Flesch und der von mir sehr ges­chätzte Herr. Und wenn sie damit ein Pro­blem haben, sol­len sie es nicht auf uns abwäl­zen.

Article modifié le jeudi 21 octobre 2010, 10:53

Auteur: Christina Schürr

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