Houston, wir haben ein Problem
Publié le mercredi 13 octobre 2010, 15:48 - Luxembourg - Lien permanent
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Frau Spautz hat ein Problem, so behauptet sie zumindest, sie ist in ihrer Seele Gewerkschaftlerin. Ich weiß nicht, ob Herr Weber meint, er habe das gleiche Problem, aber Berufsprotestler werden in der Chamber schon ihre Funktion zu erfüllen haben.
Frau Reding hat auch ein Problem, sie hat die Dinge beim Namen genannt und ist nun persona non grata in Frankreich. Hier in Luxemburg soll es ja ONGs geben, denen es nichts ausmacht, eine persona non grata zum Präsidenten zu haben. Frau Flesch nennt auch die Dinge beim Namen, wenn sie während einer öffentlichen Veranstaltung über die Luxemburger sagt, dass sie eher pragmatisch als intellektuell veranlagt sind. Hierfür wurde sie zitiert, Probleme hat sie deswegen nicht bekommen. Ein von mir sehr geschätzter Herr hat vor einiger Zeit ähnliches ausgedrückt wie Frau Flesch: Hier in Luxemburg reicht Mittelmaß, um politisch zu Ruhm und Ehren zu kommen. Er muss es wissen, die Institution, die er in gewichtiger Position vertritt, verbreitet ihre Nächstenliebe im ganzen Land.
Und wir? Mir kenne kucken, dass mir mat deem Problem eens ginn. Und da wir das Problem ja nun schon mal haben, können wir es auch beim Namen nennen: Die Unentscheidungsfreudigkeit unserer Volksvertreter
Die Bipartite hat sich zwar beim Thema Index geeinigt – mal sehen, ob dies Frau Spautz aus ihrem Krankenurlaub holen wird – wir müssen aber damit leben. Letztendlich handelt es sich um einen faulen Kompromiss, mehr nicht. Auch wenn Romain Hilgert meint, dass dieser sich „mittelfristig als ein historischer Schritt zur Abkehr von der automatischen Indexanpassung erweisen wird“, unsere Politik hat mal wieder gezeigt, wie wenig sie sich festlegen mag. Pragmatisch eben. Denn die Diskussion ist nur vertagt, das Problem aber nicht gelöst. Und jeder gibt sich als Sieger, die Gewerkschaften, weil sie das Sozialmodell gerettet haben, die LSAP weil sie der CSV die Stirn geboten hat, die CSV weil sie letztendlich einen sicheren Umweg gewählt hat, der Statec weil er es ja so empfohlen hat. Die DP kann auch irgendwie zufrieden sein, denn als Opposition darf sie wieder mal meckern und die Linke hat Gelegenheit, bei den Gewerkschaft auf Gut-Wetter machen.
Mir geht es hier nicht um die etwaigen finanziellen Einbußen, sondern um dieses ewige Hin und Her. Wir wählen, damit unsere Vertreter Entscheidungen treffen, nicht, damit sie sie vor sich herschieben. Wir brauchen klare Worte, eine eindeutige Richtung, eine starke Vertretung. Dann können wir auch mit Einschnitten leben. Politiker, die sich nicht trauen, die nur von Wahl zu Wahl denken, die permanent meckern, oder eben meinen, es reiche aus, zuzugeben, einen Denkfehler gemacht zu haben, werden uns auf Dauer nicht helfen. Und somit hat nicht nur Frau Reding Recht, sondern auch Frau Spautz, Frau Flesch und der von mir sehr geschätzte Herr. Und wenn sie damit ein Problem haben, sollen sie es nicht auf uns abwälzen.
Article modifié le jeudi 21 octobre 2010, 10:53




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