Kleidung und Nachhaltigkeit
Publié le mercredi 03 juin 2009, 08:00 - Monde - Lien permanent
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Über die Herstellung von Kleidung werden wir in den wenigsten Fällen direkt informiert. Welchen Weg die Textilien hinter sich haben und wo und unter welchen Bedingungen sie genäht wurden, steht selten in den eingenähten Etiketten.
Wer denkt schon beim Kauf eines T-shirts an die Pestizidbelastung der Feldarbeiter, die Versalzung der unsachgemäss bewässerten Böden, den sorglosen Umgang mit hochgiftigen Chemikalien, die schlechten Arbeitsbedingungen und die miese Bezahlung der vielen unbekannten Arbeiterinnen und Arbeiter? Auch die weltweiten Wirtschaftsverflechtungen sind uns oft nicht bewusst. Baumwolle aus Usbekistan wird in Malaysia gesponnen, in Pakistan gefärbt und in Indien zu Stoffen gewebt. Nach dem Schnittmuster aus Schweden wird in Vietnam das T-shirt genäht und anschliessend bei uns für 2,99 € verkauft.
Es ist ein langer Weg dieser textilen Kette vom Anbau der Faser bis zur Kleiderstange, ein Weg der mit ökologischen und sozialen Auswirkungen gepflastert ist, angefangen beim Problem des Baumwollanbaus. Auch die Auswirkungen auf die Umwelt sind bei der Herstellung von Baumwollstoffen ein wichtiger Aspekt.
Probleme des Baumwollanbaus
Baumwolle wird auf allen 5 Kontinenten angebaut und bedeutet für viele Millionen Menschen Arbeit und Brot. Im konventionellen Baumwollanbau werden die Baumwollpflanzen meist in Monokulturen auf riesigen Plantagen angebaut, für die grosse Mengen Kunstdünger und Pestizide gebraucht werden. Bis die Baumwollkapseln reif sind, werden die Pflanzen bis zu 25mal mit Pestiziden bespritzt. Mit dabei sind Giftstoffe wie DDT, die bei uns seit Jahrzehnten verboten sind. Pro Jahr sterben Tausende von Menschen an den direkten Folgen der eingesetzten Giftmittel und es gibt Hunderttausende von Vergiftungsfällen.
Zudem braucht der Baumwollanbau sehr viel kostbares Wasser. Mehr als die Hälfte der Baumwollfelder müssen künstlich bewässert werden. Und das in Ländern, in denen Trinkwasser sowieso knapp ist.
Der Anbau der Baumwolle, die für eine Jeans benötigt wird, verbraucht 8.000 Liter Wasser.
Baumwolle und Textilien haben eine immense Bedeutung als globales Handelsgut und die Gesundheitsgefährdungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter auf dem Feld und in den Textilfabriken sowie die wirtschaftlichen Abhängigkeiten führen die Notwendigkeit einer nachhaltigeren Baumwoll- und Textilproduktion deutlich vor Augen.
Lesen Sie dazu folgende Artikel von Christian Salmhofer, Mitglied des Klimabündnis Kärnten
- Probleme des Baumwollanbaus
- Biobaumwoll-Bauern sind Klimaschützer
Faire und umweltbewusste Mode
Immer mehr Menschen fühlen sich dafür verantwortlich, die Ressourcen der Erde zu schonen, indem sie ihren Lebensstil ändern. So nimmt die Zahl der Menschen zu, die sich für den Kauf von Kleidung entscheidet, die nachhaltig, sowohl unter fairen Arbeitsbedingungen als auch umweltverträglich, produziert werden.
Immer mehr Labels bringen ein ökologisches Bewusstsein und ethische Standards in Mode. Einige Hundert Unternehmen weltweit stellen umwelt- und sozialverträgliche Mode her. Die Uno hat 2009 zum Jahr der Naturfaser erklärt, um auch Jute, Hanf, Bambus und Kokosnuss als Kleiderstoff zu fördern.
Article modifié le mardi 29 novembre 2011, 08:26




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